David Rosenberg

David Rosenberg wurde 1996 in Karlsruhe geboren. Er wuchs als Urenkel von Überlebenden des Ghettos von Berschad und als Kind einer Jüdin und eines Rom in einem kleinen Dorf in der Südpfalz auf. Aus Angst vor Antisemitismus und Antiziganismus trug die Familie die eigene Geschichte lange Zeit nicht nach außen. Heute spricht David Rosenberg offen über seine Identität. Er setzt sich für die Sichtbarkeit von Jüdinnen:Juden und Sinti:zze und Rom:nja ein und engagiert sich gegen Antisemitismus und Antiziganismus. Zum Zeitpunkt des Interviews studierte er Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. Neben seinem parteipolitischen Engagement hat er u.a. den Jüdischen Studierendenverband Rheinland-Pfalz/Saarland, Hinenu, mitgegründet. Das Interview mit David Rosenberg wurde im Dezember 2023 geführt.

Karen Margolis

Karen Margolis, 1952 in Simbabwe geboren, wuchs in Südafrika und London in einer konservativ jüdischen Familie auf. Ihr Vater stammte aus einer großen Familie in Litauen, deren Mitglieder mehrheitlich nach dem deutschen Einmarsch 1941 ermordet wurden. Er überlebte nur, weil seine Familie 1933 nach Südafrika emigrierte. Karen Margolisʻ Familie mütterlicherseits stammte aus Belarus und Lettland. Sie floh bereits im späten 19. Jahrhundert vor Pogromen und antisemitischer Verfolgung nach Südafrika.1961 emigrierte Karen Margolis mit ihren Eltern nach London. Seit 1977 schreibt sie als freie Schriftstellerin und Journalistin Bücher, Essays, Gedichte, Hörspiele und Reportagen und arbeitet als Übersetzerin. Sie engagiert sich seit den 1960er Jahren in der internationalen Frauenbewegung und unterstützte in den 1970er Jahren Oppositionelle in Osteuropa. Seit 1983 lebt sie in (West-)Berlin, arbeitet als Journalistin und setzt sich für soziale Gerechtigkeit und gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Das Interview mit Karen Margolis wurde im September 2023 geführt.

Lisa Michajlova

1998 als Tochter von ukrainisch-jüdischen sogenannten Kontingentflüchtlingen geboren, wuchs Lisa Michajlova in Gelsenkirchen auf. Sie beschreibt sich als „postsowjetisch-jüdisch in Deutschland“. Während ihres Studiums der Philosophie, Mathematik und Cognitive Science an der Ruhr-Universität Bochum engagierte sie sich politisch im Vorstand der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und ist seit 2015 bei MAKKABI Deutschland als Tischtennisspielerin aktiv. Den Angriff der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel erlebte sie in Tel Aviv. Ihren halbjährigen Studien- und Sportaufenthalt unterbrach sie daraufhin und reiste zunächst zurück nach Deutschland. In Deutschland sah sie sich mit einer neuen Qualität von Antisemitismus konfrontiert. Nach einigen Wochen kehrte Lisa Michajlova nach Israel zurück, setzte in Tel Aviv ihr Studium fort und arbeitete ehrenamtlich in einem Kibbuz im Süden. Heute ist sie DJ und Producerin in Tel Aviv. Das Interview mit Lisa Michajlova wurde im Dezember 2023 geführt.

Michael, Sarah und Dinah

Michael wurde 1952 geboren und emigrierte 1956 mit seinen Eltern und seinen Schwestern nach Berlin. Von dort aus war sein Vater 1937 nach Palästina ausgewandert, um der antisemitischen Verfolgung während des Nationalsozialismus zu entkommen. Michaels Großeltern, Max und Selma, wurden 1944 in Auschwitz ermordet. Zurück in Deutschland kämpfte Michaels Vater um Entschädigungszahlungen. Michael engagierte sich politisch, auch im Kampf gegen Antisemitismus und gegen die Kontinuitäten rechter Strukturen und Gesinnungen sowie deren Verharmlosung. Dieses politisches Bewusstsein vermittelte er auch seinen Töchtern, darunter Sarah und Dinah. Im Kreise der Familie verlegten sie am 6. Oktober 2023 in Berlin Stolpersteine für Max und Selma, einen Tag vor den terroristischen Anschlägen der Hamas und anderer Terrororganisationen auf Israel am 7. Oktober 2023. Michael verstarb im Dezember 2024 in Alsfeld. Das Interview mit Michael, Sarah und Dinah wurde im Dezember 2023 geführt.

Die Interview-Partner:innen wurden illustriert von Michael Mallé.

Informieren

Teilen

  • Bundesverband RIAS
  • RIAS Baden-Württemberg
  • RIAS Bayern
  • RIAS Berlin
  • RIAS Niedersachsen
  • RIAS NRW
  • LIDA-SH
  • RIAS Thüringen
  • RIAS Sachsen
  • RIAS Sachsen-Anhalt
  • RIAS Hessen
  • RIAS Saarland

Spenden

  • Bundesverband RIAS e.V.
    IBAN: DE69 4306 0967 1231 8761 02
    BIC: GENODEM1GLS
    GLS Gemeinschaftsbank

    Spendenseite